Hongkong – Anfassen ausdrücklich erlaubt

Die Reise neigt sich dem Ende zu und wir finden keinen Flug der uns passt. Entweder sind die Umstiegszeiten mit sechs Stunden und mehr bemessen oder die Flüge sind uns zu teuer.

Was liegt also ferner als in Hongkong einen Zwischenstopp einzulegen und dann über Moskau nach Berlin zu fliegen. Was kann denn groß schiefgehen?

Als alles gebucht war, hatten wir mit den Flügen und Airbnb 400 € weniger ausgegeben als einen Flug von Cebu nach Berlin mit moderaten Umstiegszeiten. Na dann rein in den Flieger, hoch, runter und wieder raus. Schon ist man in Hongkong, naja fast. Wir waren „in der Nähe“ des Flughafens also 30 km außerhalb der Innenstadt. Wichtiger Fakt nebenbei, die Verwaltungszone von Hongkong besteht bis zu 80% aus „Grünfläche“ bzw. Naturschutzgebiet. Hongkong gilt als die Stadt mit den weltweit höchsten Lebenshaltungskosten und das spiegelt sich besonders im Wohnungsbereich nieder. Die Preise sind für viele Leute nur schwer bezahlbar, Menschen Leben in Käfigen oder ein Apartment wird mehrfach untervermietet. Obwohl hier Wohnhochhäuser stehen, die 60 Stockwerke haben und in großen Reihen gebaut werden, leben Menschen auf der Straße. Nur bekommt man davon nicht viel mit, wenn man 30 km außerhalb und in einem eigenen „Ökosystem“ untergebracht ist.

Als wir an der Wohnanlage ankamen staunten wir nicht schlecht, zum ersten mal in meinem Leben habe ich in einem Zimmer im 60. Stock bewohnt. Im obersten Stock angekommen, haben wir ein kleines Zimmer bezogen und den Ausblick „genossen“. Danach sind wir Essen gegangen und haben ein paar chinesische Eigenheiten kennengelernt. Danach folgte nur noch die Planung was wir am nächsten Tag besichtigen wollten. In dieser Nacht habe ich sehr schlecht geschlafen, irgendwie bin ich diese Höhe nicht gewöhnt.

Der Plan sah vor, dass wir uns eine heilige Stätte anschauen, Tian Tan Buddha und ein paar Tempel. Wir sind mit der Seilbahn hochgefahren und auf dem Weg konnte man die chinesische Baukunst bewundern. Da führt eine Brücke aufs Meer und irgendwann geht sie einfach in einen Tunnel über, damit der Schiffsverkehr nicht gestört wird.

Oben angekommen wurden wir Zeuge, wie gut sich Chinesen an ihre eigenen Regeln halten :D. Sobald etwas Glück und/oder Geld bringt bzw. es dies symbolisiert, muss es angefasst werden. Dabei ist egal wie groß dran steht „NICHT ANFASSEN!!!“, immer wieder lustig. Selbst Kühe sind davor nicht sicher und Sie fotografieren nicht nur in anderen Ländern viel, auch in ihrer Heimat sind sie fleißig.

Aber das Beste waren die überdimensionalen Räucherstäbchen, leider habe ich kein Foto aus der Nähe gemacht. Wir haben uns dann weiter umgeschaut und natürlichen waren auch andere Deutsche da, wo sind die nicht… 😉
Als wir genug von dem Rummel hatten, sind wir wieder runter gefahren und haben ausgiebig gegessen.

Am Flughafen von Hongkong angekommen, wollten wir zuerst etwas essen. Nach kurzer Suche sind wir in ein schönes Restaurant gegangen und haben ausgiebig gegessen.
Am Check-In angekommen wurde uns mitgeteilt, dass die Maschine erst zwei Stunden später fliegen würde. Wir wurden auch gleich auf einen anderen Flieger umgeschrieben und hatten somit 10 Stunden Aufenthalt in Moskau, yeah… Dann warteten wir auf den Flieger nach Moskau, um dann in Moskau über Nacht nochmals zu warten.
Wir waren nicht begeistert. Nach einem guten Flug mit ein paar Turbolenzen, Wein und gutem Essen kamen wir in Moskau an. Wir bereiteten uns darauf vor eine mega Szene zu machen, wenn wir kein Bett bekämen. Völlig perplex wurden wir, als alles quasi bereit war. Wir bekamen ein Hotelzimmer im Terminal und Essensgutscheine. Bei denen wurde sich noch entschuldigt, dass Sie nicht für Alkohol gelten. Sehr geil 😉
Wir schauten uns in Ruhe im Flughafen von Moskau um und konnten dann gemütlich Essen. Wir hatten auch das perfekte Restaurant gefunden, denn es gab Pelmeni, gutes Bier und ausgezeichneten Vodka. Auch das Hotelzimmer war super leise und wir sanken in den Schlaf. Es ging früh aus dem Bett und wieder zum Restaurant mit süßen Pelmeni und Vodak äähhh Kaffee konnte der Tag anfangen. Als wir die Temperatur  minus zwei Grad Celsius sahen, traf es uns wie ein nasse Handtuch auf den Arsch. Damit wurde der Abschluss eingeleitet und wir stiegen in den Flieger nach Berlin, wo wir uns endlich wieder mit Brot und Brötchen vollstopfen konnten.

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