Mactan: Koreaner und Filipinos

Nach fast drei Wochen sleep – eat – dive – repeat hatten wir das Gefühl noch etwas anderes sehen zu müssen. Wir waren schon fast Stammgäste in unseren Lieblingsrestaurants und im Hotel war auch ein ständiges Kommen und Gehen der anderen Gäste. Da wir aber (leider) eher faul waren uns zu kümmern und auch keine Lust hatten 8 Stunden bis in den Norden der Insel zu fahren, geschweige denn, noch auf eine andere Insel zu fahren, entschieden wir uns nach Mactan zu fahren und unsere letzte Woche dort zu verbringen. Auf der gleichen Insel befindet sich der Flughafen, also ziemlich praktisch für den Abflugtag. Leider hätten wir diesen Aufenthalt auf ein bis zwei Tage beschränken sollen. Mactan ist alles andere als schön und entspannt. Der gesamte Zugang zum Meer ist zugebaut mit privaten Luxushotelanlagen. Nichts für unser Budget also. Wir hatten noch von einem öffentlichen Strand gehört, aber wir hatten nichts Gutes davon gehört und somit haben wir uns die Enttäuschung erspart. Mactan ist bei Koreanern sehr beliebt als Urlaubsort, es ist nicht sehr weit entfernt und vom Flughafen schnell zu erreichen. Allgemein ist Mactan sehr touristisch und alle Filipinos versuchen sich an den Touristen ein kleines Stück zu bereichern. Das ist ja an sich nichts Schlimmes. Nur werden wir „Weißen“ als Goldesel gesehen. Jedes Mal wenn wir aus der Unterkunft gekommen sind wurden wir von irgendeinem Filipino gefragt, ob wir nicht „Island hopping for Philippino price“ machen wollen. Im nächsten Augenblick bot er uns dann noch Jetskis, Tauchgänge und Tuktuk-Fahrten an.

Auch zu Fuß ging es nur an der Hauptstraße entlang…

Einmal dachten wir sogar, wir hätten ausversehen einen Filipino adoptiert. 😀 Er ließ uns einfach nicht mehr in Ruhe, er lief uns über eine halbe Stunde hinterher. Er gab einfach nicht auf zu versuchen uns irgendeine Tour (Jetski, Tauchen, Island Hopping oder Tuktukfahren) anzudrehen. Das wirkte „gar nicht dubios“ und selbst nach mehreren Versuchen auf die nette und weniger nette Tour ihm begreiflich zu machen, dass wir nicht interessiert sind, half uns nur noch der Gang ins nächste Café. Er wartete noch eine Weile davor und verschwand dann glücklicherweise. Und das alles bevor wir gefrühstückt hatten! Eigentlich waren wir auf der Suche nach einer Tauchbasis, es stellte sich aber heraus, dass diese Tauchbasis nur noch Tauchkurse und keine Fun Dives mehr macht, also mussten wir eine andere suchen. Es gibt genug Tauchbasen in der Gegend, aber wir wollten auch nicht unbedingt zwischen 20 Koreanern sitzen. Das wäre irgendwie merkwürdig gewesen. Außerdem müssen Koreaner ALLES anfassen, sogar unter Wasser. Auf einem Bild hielten zwei Koreaner einen großen Seestern grinsend in die Kamera. Ich hoffe irgendwann fassen die Spezialisten was an, was giftig ist! Naja, zurück zum Thema. Nach einigen Anfragen bei verschiedenen Tauchbasen hatten wir eine gefunden, bei der wir tauchen konnten und wollten. Am nächsten Tag ging es also aufs Boot und ein kleines Stück raus zu zwei verschiedenen Riffen. Wir waren überrascht wie gut die Riffe dort aussehen. Abgesehen vom Müll natürlich. Davon gab es in der Region leider wesentlich mehr als in Moalboal. Das liegt besonders daran, dass Cebu und Mactan wesentlich mehr Einwohner haben und die kümmern sich alle ‘nen Scheiß um Umweltschutz. Da fällt die Verpackung da aus den Händen, wo man gerade steht. Der Tag auf dem Boot war sehr schön. Unter Wasser gab es alle möglichen Fische, Hart- und Weichkorallen. Schildkröten, wie wir sie oft um Moalboal gesehen hatten, gab es keine, wir sahen aber ziemlich große Papageifische und  Zackenbarsche.

Mandarinfische bei der Paarung

Am übernächsten Tag war ein Nachttauchgang vom Ufer aus geplant. Da man vorher die Tauchstelle kennen sollte, kamen wir schon nachmittags für einen Tauchgang zur Tauchbasis. Auch das Kontiki Marina Riff, was gleich am Ufer bei der Tauchbasis ist, ist sehr intakt. Aber wieder ganz schön zugemüllt… Wir sahen Anglerfische, Hornhechte und ein paar Seesterne. Beim Nachttauchgang wenige Stunden später zeigten sich dann noch kleine, mittlere und große Krebse, Hummer, Garnelen, einen Tintenfisch und für mich am faszinierendsten: Seesterne. Seesterne sind tagsüber ganz schön anzusehen, sie machen nichts, liegen nur rum und sehen hübsch aus. Nachts fangen sie an sich zu bewegen und sie kommen aus allen Ecken und Ritzen gekrochen. Ganz schön gruselig, vor allem die mit den ewig langen Beinen.. Die sind für mich die Spinnen der Meere. Es war ein toller Tauchgang. Ich hätte am Anfang „unserer Tauchkariere“ nie gedacht, dass Nachttauchgänge so spannend sind. Es zeigen sich auf einmal ganz andere Lebewesen. In Moalboal hatten wir z.B. einen „Mandarinentauchgang“ gemacht. Der fing als normaler Tauchgang spät nachmittags an und am Ende des Tauchgangs warteten wir auf die Mandarinenfische. Diese sind relativ klein aber sehr farbenfroh. Zur Dämmerung kommen sie zur Paarung aus ihrer Koralle heraus. Männchen und Weibchen schwimmen zusammen tänzelnd  etwa 15-20 cm nach oben, dann sieht man eine kleine Wolke Fischlaich. Danach verschwinden sie ganz schnell wieder nach unten. Tagsüber sieht man diese hübschen Fische kaum, aber zur Dämmerung paarten sie sich alle, ein wirklich schönes Spektakel.

Die restlichen Tage auf Mactan gammelten wir eigentlich nur ab. Ich hatte mir eine fiese Klimaanlagen-Erkältung zugezogen und somit fühlten wir uns, außer zum Essen gehen, nicht wirklich motiviert raus zu gehen.

So ging unser Monat auf den Philippinen zu Ende und unser vorerst letztes Abenteuer in Hongkong stand auf der Liste.

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