Oslob und die Walhaie

Von Moalboal aus machten wir einen Tagesausflug von dem uns andere Taucher erzählt hatten. Eine Tour nach Oslob zu den Walhaien. Eigentlich hatten wir ja Walhaie schon mal auf Ko Tao bei unserem dritten Tauchgang gesehen, aber noch mal von so ganz nah wäre ja auch irgendwie cool. Eines vorab: Wir würden es nicht empfehlen. Oslob ist nur für Taucher, Schnorchler oder andere Touristen, die ganz unbedingt Walhaie sehen wollen, egal wie überfüllt das alles so ist.

Und nun von Anfang an. Wir wurden fast mitten in der Nacht, um 5 Uhr früh, abgeholt. Im Minibus ging es innerhalb von drei oder vier Stunden nach Oslob. Als wir ankamen war das Spektakel schon in vollem Gange. Von früh morgens bis etwa 11 Uhr sind die Walhaie direkt vor der Küste. Sie werden von den Fischern schon seit vielen Jahren angefüttert. Bis vor etwa 10 Jahren aber noch deswegen, weil sie immer die Fischernetze kaputt gemacht haben. Ihnen wurden Leckerbissen hingeworfen, damit sie den Fischern aus dem Weg gingen. Dann bekamen die Leute aber mit, dass Touristen darauf stehen und man daraus einen Kassenschlager machen kann. Heute beladen die Fischer ihre Boote mit Touristen und führen sie ganz nah an die Walhaie, die sie immer noch etwas anfüttern, heran. Das hat alles sein Gutes: Die Fischer können zum einen wieder von ihren Einnahmen durch den steigenden Tourismus leben, zum anderen kann sich die Fischpopulation erholen. Die Riffe werden nicht mehr bis zum bitteren Ende durch Dynamitfischen oder andere zerstörerische Fischereipraktiken kaputtgemacht. Was uns aber gestört hat, ist diese unmittelbare Nähe der Touristen zu den Walhaien. Es passiert regelmäßig, dass Menschen die Tiere anfassen. Und dabei gibt es zum Anfang eine ausführliche Belehrung, dass man mindestens 5 Meter Abstand hält und diese wilden Tiere nicht anfasst.  Eigentlich selbstverständlich… Aber anscheinend nicht für alle.

Für die meisten Touristen ging es vom Strand ins Boot und dann zu den Walhaien. Einige dieser Menschen konnten noch nicht mal schwimmen und trugen Schwimmwesten. Ins Wasser mussten sie aber unbedingt alle. Sonst kann man ja keine perfekte GoPro-Aufnahme machen. Wir beobachteten das Spektakel von unten. Es tummelten sich fünf bis sieben, vielleicht aber auch noch mehr Walhaie herum, die sich alle den Bauch mit Krill vollschlagen wollten. Sie wurden eigentlich nur angefüttert, damit sie immer wiederkommen. Übrigens sind die Walhaie, die dort hinkommen noch nicht geschlechtsreif und noch verhältnismäßig klein. Gerade mal 10 bis 12 Meter groß waren sie. Ausgewachsen können Walhaie bis zu 20 Meter lang werden. Leider sahen wir von unten meist nur die Schwanzflosse und den Bauch, da sie mit dem Kopf sehr nah an der Wasseroberfläche sind und die Krill futterten, die die Fischer ins Wasser warfen. Hin und wieder tauchten die Walhaie aber auch ab und dann sahen wir sie in voller Schönheit. Und manchmal musste man diesen gewaltigen Tieren auch ausweichen, weil sie uns Taucher kaum wahrnehmen (wollten). Auch interessant zu sehen war, wie sie literweise Wasser durch ihr Maul filterten um etwas Plankton, Krill und andere Kleinstlebewesen zu verspeisen.

Gegen 11 Uhr ist das Spektakel zu Ende und die Walhaie verschwinden in tiefere Gewässer. Die Touristen verschwinden und uns wurde noch ein leckeres Mittagessen aufgetischt. Als wir uns dann gegen 13 Uhr auf den Weg gen Moalboal machten, war alles wieder ruhig und idyllisch. Am nächsten Tag würde alles wieder von vorn beginnen. Wir waren froh, dass wir die Tage drauf wieder in Ruhe in Moalboal zwischen Schildkröten, Sardinenschwärmen und anderen Fischen und Korallen tauchen konnten. Ohne großes Tamtam und mit ner halben Mango nach jedem Tauchgang. So wurde unsere Mangosucht weiter gefördert. Lecker!

2 Gedanken zu „Oslob und die Walhaie

  • Mai 16, 2018 um 3:24 pm
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    Kommt da nicht ein bisschen Sehnsucht auf ?

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