Ein letzter Roadtrip in Victoria

Nach Neuseeland ging es wieder zurück zu Ron und Ellen. Wir fühlten uns wohl bei ihnen und wollten etwas Geld sparen, während wir den Van verkaufen wollten. Nur irgendwie ging es nicht so richtig voran. Wir hatten einige Interessenten, die aber zum Teil so schnell wieder abgesprungen waren, wie sie uns angeschrieben hatten. Es gab nach etwa 1,5 oder 2 Wochen endlich eine Zusage. Noch vor Ort. Zwei Österreicherinnen hatten sich entschieden Bob zu nehmen. Gleich am nächsten Tag. Am nächsten Tag schrieben sie uns, dass sie noch keine Adresse in Western Australia haben, die für die Registrierung des Vans aber notwendig ist. Zwei Tage und für uns endlose Stunden des Wartens nach der Besichtigung sagten sie, dass sie den Van nun doch nicht nehmen wollten, da er „zu viel Motoröl verbraucht“ und kein Roadworthy Zertifikat hat. Naja, das wussten sie aber vorher schon. Und meine Güte, was für ne dämliche Ausrede! Wir versuchten uns nicht allzu sehr darüber aufzuregen und entschieden uns stattdessen noch einen kleinen dreitägigen Roadtrip zu machen.

Am ersten Tag wollten wir nun endlich das mehr oder weniger einzige australische Tier sehen, was wir in freier Natur noch nicht gesehen hatten. Wombats. Also ging es zum Healesville Sanctuary, einer Art Wildgehege mit australischen Tieren. In Freiheit leben die Tiere da zwar nicht, aber was solls. Wombats sind nachtaktiv und tagsüber verkriechen sie sich irgendwo und pennen. Wir verbrachten einen schönen Tag, lernten etwas über Dingos, Platypusse, Koalas und Vögel und danach suchten wir uns einen ruhigen Campingplatz. Wir sind fündig geworden, hatten sogar richtig Glück. Nach etwa 10 km auf einer unbefestigten Straße kamen wir endlich an. Es gab eine Feuerstelle und wir waren mal wieder die einzigen, die da übernachteten. Einzige gruselige Entdeckung waren die vielen Redback Spinnen, die überall im Toilettenhäuschen hingen. Redbacks sind kleine schwarze Spinnen mit einem roten Kreuz auf dem Rücken und eine der giftigsten Spinnenarten überhaupt. Danach ging es also lieber hinter den Bush. War ja sowieso keiner weiter da.

Einsamer Campingplatz mit Feuerstelle

Am nächsten Morgen ging es weiter. Wir hatten uns Mount Buffalo vorgenommen. Es gibt eine Straße, die bis fast zur Spitze geht. Auf dem Weg machten wir noch ein paar kurze Abstecher zu Aussichten und einem kurzen Walk zum Corral-Castle Track. Auf der Straße ganz nach oben angekommen muss man noch etwa 20 min laufen. Die Aussicht lohnt sich auf jeden Fall.

Coral

Am Nachmittag ging es in Richtung High Country, entlang der Great Alpine Road. Was uns schnell aufgefallen war, sind die vielen toten Bäume die zwischendrin standen. Es sah etwas merkwürdig aus und wir konnten uns nicht so richtig erklären, warum manche Bäume einfach absterben. Bei einem schweren Waldbrand würden doch alle Bäume sterben und bei einem weniger starken Waldbrand sieht man immer noch die verrußten Baumstämme. Ich recherchierte also ein wenig und fand heraus, dass es eine Insektenplage gab, von der sich eine Sorte von Bäumen, eine Art von Gumtrees, eben nicht mehr so richtig erholen konnte. Immerhin sind (noch) nicht alle Baumarten betroffen. Es gibt also generell noch Wald im Alpine Nationalpark. Was es erstaunlicherweise auch im Alpine Nationalpark gibt, ist ein Skigebiet mit Lifts und einem Hoteldorf, was in der Zeit, als wir da entlang fuhren, eher wirkte wie eine Geisterstadt. Es ist wirklich schwer sind vorzustellen, dass es in diesem Gebiet tatsächlich auch Schnee gibt. Es gab aber jede Menge Hinweise darauf und warm war es auch nicht wirklich und dabei war noch Sommer.

Abgestorbene Bäume sind überall im Alpine Nationalpark und Buffalo Nationalpark zu finden

Am Abend suchten wir uns wieder einen Campingplatz. Wieder waren wir ganz alleine und hatten unsere Ruhe. Am nächsten Tag beendeten wir das letzte Stückchen der Great Alpine Road und fuhren zurück zu Ron und Ellen. Einzig interessante Begegnung an diesem Tag waren die vielen Trucks, die uns entgegen kamen. Zehn bis fünfzehn Minuten fuhren wir und es kam uns im ähnlichen Tempo einer nach dem anderen Truck-Vorderteil entgegen. Es muss wohl eine Messe oder Truckshow gegeben haben. Wer weiß. Es war auf jeden Fall sehr witzig für uns. Vor allem die endlose Schlange hinter den Trucks…

Truck an Truck and Truck an Truck an Truck….

So endete auch unser vorerst letzter mehrtägiger Roadtrip und wir freuten uns auf eine Dusche bei Ron und Ellen.

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